Wieso ich die Spielwelt von Elden Ring nach wie vor für eine Offenbarung halte (2024)

Moin,

wie hier viele Wissen (ist ja auch nicht schwer, bei meinen Lobeshymnen) liebe ich Elden Ring und das, obwohl ich kein bekennender Souls-Fan und/oder -Spieler bin.

Elden Ring macht hier jedoch vieles anders, was mir bei den anderen Spielen von From Software oft zum Problem wurde und zwar die offene Spielwelt, die ich bereits kurz nach Spielbeginn fast vollständig erkunden kann (im Grunde kann man sie sogar - bis auf einen Ort - vollständig erkunden, wenn man die dafür nötigen Gegenstände findet, die dann weitere Areale freigeben).

Während andere Spiele mich mit Markierungen (die sich immerhin teilw. deaktivieren lassen) erschlagen oder mich kontinuierlich an die Hand nehmen, damit ich auch ja am Ziel ankomme, entlässt mich Elden Ring fast kommentarlos in eine mir (weitestgehend) feindlich gesinnte Spielwelt, in der es an mir liegt, was ich daraus mache.

In den Zwischenlanden ist es essentiell, den NPC zuzuhören und die Spielwelt genau zu erkunden, da einem interessante Orte wie Höhlen, Katakomben und Ruinen erst dann angezeigt werden, wenn man sie entdeckt hat. Die einzigen Hinweise, die man erhält, stammen von NPCs oder sind an einigen Gnadenpunkten durch kleine Wegweiser sichtbar, fernab wird dem Spieler hier aber weder (genau) erklärt, wo er/sie hin muss, noch welche Reihenfolge bei der Erkundung zu beachten ist - man muss die Gebiete also selbst unter die Lupe nehmen und schauen, ob man dort klar kommt oder eben nicht.

Bei allem Lob möchte ich natürlich auch etwas Kritik anbringen und kann bspw. verstehen, dass ein fehlendes Journal für Quests oder nicht ganz klare Standortwechsel div. NPCs für Neulinge oder Casual-Spieler schwierig nachzuvollziehen sind, da die Spielwelt aber klar für die Erkundung ausgelegt ist, sollte man jeden NPC problemlos wiederfinden, wenn man die Augen offen hält.

Die Lore - typisch für From Software - wird durch die wenigen Dialoge und primär Gegenstandsbeschreibungen (selten auch mal kleine Nachrichten in der Welt) erzählt, gepaart mit einigen Zwischensequenzen, die ebenfalls viel mehr erzählen, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten mag.

Hier darf man sich gern streiten, da sicher nichts gegen ein kleines Tagebuch o.ä. gesprochen hätte, allerdings will ich mich hier primär für die Gestaltung der Spielwelt aussprechen und nicht über fehlende Hilfsmittel, die vielleicht hier und da angebracht gewesen wären (was bekanntlich Ansichtssache ist, ich komme auch ohne diese Hilfsmittel gut klar).

In vielen anderen Spielen arbeitet man als Spieler nur noch Markierungen ab, während der Rest der Spielwelt oft eher uninteressant ist. Witcher 3 ist hier noch ein positives Beispiel, weil man dort die Markierungen größtenteils deaktivieren kann und es in der Spielwelt ebenfalls viele Geheimnisse gibt, die man nur durch Erkundung aufdecken kann (sofern man die Markierungen deaktiviert, die einem sonst sofort zeigen, wo es etwas interessantes zu finden gibt - immerhin getarnt als ?). Ein negatives Beispiel sind die letzten AC-Spiele, in denen für jedes interessante Objekt ein eigenes Symbol existiert, sodass ich als Spieler wirklich sofort weiß, was sich wo befindet (ja, es handelt sich anfangs nur um farbige Punkte, aber anhand dieser kann man recht schnell erkennen, was am Ende wo wartet, während es im Rest der Spielwelt kaum etwas zu entdecken gibt).

Wieso wollen Spieler so an die Hand genommen werden? Ich meine das nicht wertend oder böse, jeder soll Videospiele so genießen, wie er/sie möchte, aber haben wir früher nicht auch einfach probiert, was geht und kamen - ganz ohne Internet - ans Ziel? Ich erinnere mich hier gern an meinen ersten A Link to the Past Run oder die etlichen Stunden, die ich in Secret of Mana verbracht habe - auch hier gab es nur selten viele Hinweise für die nächsten Ziele oder für Gegenstände, die man unbedingt einsammeln muss, um wirklich alles in der Spielwelt zu erkunden (wie z.B. die Zora-Flossen in A Link to the Past).

Was spricht dagegen, Spiele künftig wie Elden Ring aufzuziehen? Wer nicht weiter kommt, kann das Internet bemühen, wer es lieber frei mag, spielt einfach das Spiel. Hier wäre ein guter Mittelweg wohl die Möglichkeit, Hilfestellungen zuzuschalten - das wäre mir aber immer noch lieber, als diese pauschal von Anfang an zu aktivieren. Es gibt auch hier Spiele, die vor dem Spielstart alle Einstellungen mit dem Spieler durchgehen, sodass dieser selbige anpassen und justieren kann (wie bspw. in Shadow of the Tomb Raider, in der ich für Kämpfe, Rätsel und die Erkundung recht viel einstellen kann/darf - auch Fenyx Rising bietet umfassende Anpassungen, sodass man sogar komplett ohne HUD spielen kann, wenn man das mag - was ich natürlich tue).

Was in Elden Ring ebenfalls sehr krass ist, ist das Design der Spielwelt. Ich kann bereits über große Distanzen sehen, was mich am Horizont erwartet, ohne jedoch zu wissen, wie ich dorthin komme. Im DLC gab es zum Beispiel ein tiefer gelegenes Gebiet, welches ich immer wieder von oben sehen konnte, nur hab ich ewig nicht gewusst, wie ich dorthin komme - irgendwann fand ich dann einen Zugang und war komplett geflasht, wie verzahnt die Spielwelt ist und welche Wege man gehen muss, um ans Ziel zu kommen. Das fordert mich als Spieler und sorgt für wahre WOW- oder AHA-Momente, die ich in anderen Spielen so nie oder nur extrem selten habe.

Wie seht ihr das? Werdet ihr lieber an die Hand genommen oder erkundet ihr gern auf eigene Faust? Wie viel Support seitens der Entwickler ist für euch nötig, damit ihr Spaß an einem Spiel habt und wieso?

Ich bin gespannt! Wieso ich die Spielwelt von Elden Ring nach wie vor für eine Offenbarung halte (1)

Wieso ich die Spielwelt von Elden Ring nach wie vor für eine Offenbarung halte (2024)
Top Articles
Latest Posts
Article information

Author: Nicola Considine CPA

Last Updated:

Views: 6443

Rating: 4.9 / 5 (49 voted)

Reviews: 80% of readers found this page helpful

Author information

Name: Nicola Considine CPA

Birthday: 1993-02-26

Address: 3809 Clinton Inlet, East Aleisha, UT 46318-2392

Phone: +2681424145499

Job: Government Technician

Hobby: Calligraphy, Lego building, Worldbuilding, Shooting, Bird watching, Shopping, Cooking

Introduction: My name is Nicola Considine CPA, I am a determined, witty, powerful, brainy, open, smiling, proud person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.